Gesättigte Fettsäure

Gesättigte Fettsäure

Was ist denn ein „sattes“ Fett?

…und warum wird es so genannt? Der Unterschied zwischen „sattem“ und „nicht sattem“ Fett wird anhand sogenannter Doppelbindungen in den Molekülketten gemacht. Es geht also um den molekularen Aufbau der Fettsäuren. Klingt zwar erstmal kompliziert, ist es aber nicht wirklich.

Was eine Fettsäure an sich ist, erfährst du hier. Schauen wir uns aber nun eine „gesättigte“ Fettsäure an!

Diese Fettsäuren kommen üblicherweise in tierischen Nahrungsmitteln vor (Fleisch, Milch, Käse, Wurst, usw.) werden aber vom Körper auch selbst hergestellt. Daher sind sie auch besser verwertbar, als die pflanzlichen. Sie sind den körpereigenen Bausteinen einfach ähnlicher. Sie dienen in erster Linie der Energielieferung und werden somit auch in den Fettzellen des Körpers gelagert. Sie unterstützen das Immunsystem und wirken sich positiv auf den Stoffwechsel-Prozess aus.
In den Molekülketten bestehen nur Einfach-Verbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen (C = Carbon). Jedes Kohlenstoffatom hat eine Verbindung mit zwei Wasserstoffatomen (H = Hydrogenium). Alle möglichen Bindungsstellen sind also mit einem Wasserstoffatom besetzt. Das Fett ist „gesättigt“!
Bei den ungesättigten Fettsäuren hingegen gibt es Doppelbindungen zwischen Kohlenstoffatome, dafür aber nur jeweils eine Verbindung zu einem Wasserstoffatom (statt zwei). Hier gibt es also „freie“ Stellen, an denen kein Wasserstoffatom gebunden ist. Daher werden sie dann auch als „ungesättigt“ bezeichnet.
 
Molekülkette von gesättigter Fettsäure

 

gesättigte Fettsäure

 
 

Gesättigte Fettsäuren sind böse?

In allgemeiner Kommunikation der Medien und Öffentlichkeit werden die gesättigten Fettsäuren ja so oft als die Verursacher viele Krankheiten, von Übergewicht und schlechten Blutwerten beschuldigt.
So einfach ist das Ganze dann aber doch nicht, wenn du dir mal den Artikel zu Trans-Fettsäuren angeschaut hast.

Es gibt zwar viele Studien, die belegen wollen, dass gesättige Fettsäuren unbedingt zu vermeiden, bzw. zu reduzieren sind, allerdings gibt es auch Studien, die diese Behauptungen widerlegen.
Was stimmt denn nun?
Eine war beispielsweise die Seven Countries Study (Sieben Länder Studie) von Ancel Keys, ein idelaes Mittel, um die schädigende Wirkung von gesättigten Fettsäuren nachzuweisen. In der Studie wurden gewisse Vitalwerte wie Cholesterin und Blutfett, von Menschen aus sieben Ländern verglichen und auf auffällige Gemeinsamkeiten untersucht. Ein typisches Krankheitsbild einer zu hohen Konzentration dieser Werte, sind Herzinfarkte und erhöhte Ablagerungen in den Blutgefäßen.
Aus den Daten der Länder Finnland, Griechenland, Italien, Japan, Jugoslawien, Niederlande und die vereinigten Staaten wurde dann eine Vergleichsstudie erstellt. Wie sich als Ergebnis rausstellte, traten erhöhte Cholesterin- und Blutfett-Werte, bei erhöhter Aufnahme gesättigter Fettsäuren auf und die Zahl der Herzinfarkte stieg. Somit war scheinbar bestätigt, diese Stoffe sind durchweg ungesund/schädlich!
Überraschung! Es hat sich gezeigt, dass diese Werte in anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland oder der Schweiz durch mehr gesättigte Fettsäuren eher sanken und die Zahl der Herzinfarkte ebenso. Wie denn das? Weil nicht alle Fettsäuren eine nur negative Erhöhung zur Folge haben, denn je nach dem, welche gesättigten Fettsäuren verzehrt werden, wird neben dem schlechten LDL-Cholesterin, auch das gute HDL-Cholesterin gesteigert. Am Ende macht aber der sich daraus ergebene Cholersterinquotient (Verhältnis zwischen LDL und HDL) den Unterschied.Von allen gesättigten Fettsäuren haben lediglich die folgenden drei Einfluss auf den Cholesterinspiegel: Laurinsäure, Myristinsäure und Palmitinsäure. Zwei davon, nämlich Laurinsäure und Myristinsäure, steigern sogar das gute HDL-Cholesterin mehr als das böse LDL-Cholesterin. Lediglich die Palmitinsäure steigert den LDL minimal mehr, wird aber seltenst in erhöhter Menge aufgenommen. Unterm Strich wird diese Wirkung aber die Kombination mit den anderen Stoffen wieder neutralisiert.
Fazit
Ein zu hoher Cholesterin- und/oder Blutfettwert kann nicht per se den gesättigten Fettsäuren zu Lasten gelegt werden. Hier haben viel mehr andere Faktoren höheren Einfluss, wie z.B:

  • Zu wenig Bewegung
  • Wahl der Lebensmittel
  • Menge der Lebensmittel
  • individuelle Körpereigenschaften und Reaktionen
  • Essgewohnheiten
  • Lebensmittelkultur (z.B. deutsch oder amerikanisch)