Laufsport

RICHTIG JOGGEN UND LAUFEN –
HOHER ENERGIEUMSATZ ABER IN MAßEN ZU GENIEßEN

Laufen und Joggen sorgt für einen hohen Energieumsatz und fördert das Immunsystem. Man kann sich aber auch Dauerschäden zuziehen wenn man nicht aufpasst – so macht man’s richtig!

Laufen
Laufen verbindet und steigert die eigene Leistung

Wenn man im sportlichen Sinne „Laufen“ geht, geht man umgangssprachlich „Joggen„. Auch wenn der Begriff „Laufen“ oft mit „Gehen“ gleichgesetzt wird, ergibt sich durch den Bezug mit sportlicher Betätigung dann aber das „Joggen“.

Eine eindeutige Abgrenzung zwischen beiden Begriffen ist so nicht möglich, da es sich um unterschiedliche Begrifflchkeiten für dieselbe Tätigkeit handelt. Dennoch werden, vor Allem in Fachkreisen und Fachliteratur, gewisse Abgrenzungen gemacht, die sich auf die Ausgestaltung beziehen. Hier werden in erster Linie das Tempo, die Strecke und die Dauer als Maßstab genommen. Vereinzelt werden auch die einzelnen Phasen (Stützphase, Schwungpahse und Flugphase) zur Differenzierung herangezogen. Besonders die Flugpahse. Obwohl diese beim Joggen, ebenso wie beim Laufen gleichermaßen existieren.

Das Laufen kann als Überbegriff für alle damit verbundenen Varianten wie Dauerlauf, Walking, Kurzstreckenlauf und eben auch Joggen, gesehen werden. Der Begriff kommt aus dem englischen und bedeutet soviel wir „trotten“, was sich besonders auf das Tempo bezieht. Jemand der joggt, ist in der Regel langsamer unterwegs als ein Läufer. Jedoch ist das Tempo nicht das einzige Kriterium. Neben der Streckenlänge und der Dauer, sind auch das angestrebte Ziel oder der Beweggrund Aspekte für eine Differenzierung.
Joggen wird im Allgemeinen eher als Freizeitsportler-Aktivität betrachtet, wohingegen ein aktiver „Läufer“ ein konkretes Ziel verfolgt (z.B. Laufen auf Zeit, Training für Marathon oder Stoffwechseltraining).

Schlussendlich muss aber gesagt sein, dass eine derartige Unterscheidung einen gewissen fachlichen Kontext voraussetzt. Im „normalen Alltag“, bzw. in der allgemeinen, umgangssprachlichen Verwendung, wird nicht wirklich zwischen Joggen und Laufen unterschieden. Somit einigen wir uns an der Stelle auf den Überbegriff „Laufen“!

 

Zieldefinition

Eigentlich ist Laufen der einfachste Sport, den man machen kann, oder? Schuhe an und los gehts!
Technisch gesehen könnte man hier sagen, ja! Wie aber mit den meisten anderen Dingen, die wir tun, müssen wir uns aber auch beim Laufen ein Ziel setzen. Einfach nur drauflos Laufen führt in den meisten Fällen dazu, dass man schnell die Lust und den Antrieb verliert, da der eigentliche Sinn und Zweck nicht exisitert. Einmal hat man keine Zeit, keine Lust oder schaut dann doch lieber in die Glotze.
Ohne zumindest ein kleines Ziel, bzw. einen „Grund“, läuft man mehr in Gefahr, es schleifen zu lassen.

Zudem entscheidet das gesetzte Ziel mit maßgeblich darüber, welche Kleidung getragen werden sollte, welche Strecken in Frage kommen oder wie lange Du laufen solltest. Als simpler Freizeitausgleich und/oder einfach zur körperlichen Ertüchtigung „das man halt was gemacht hat“, genügt es per obiger Definition „Joggen“ zu gehen. Mäßiges Tempo, nicht zu große Runden und auch nicht all zu lange.
Aber Achtung: ein immer sehr wichtiger Aspekt sind die richtigen Schuhe und die richtige Kleidung.

 

Nicht unterschätzen

Man mag denken was man will und es für Kleinkariert oder als überzogene Haltung ansehen, es geht hier aber sehr wohl um etwas. Es geht um Deine langfristige Gesundheit! Wie meine ich das?
Laufen hat, aufgrund der auftretenden Belastungen, nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Körper. Sei es Gelenke, den Stoffwechsel oder gar die Muskulatur, wer einfach nur drauflos läuft, ohne gewisse Dinge zu beachten, riskiert Langzeitschäden, verliert vielleicht schnell den Antrieb und schadet sich mehr, wie es nützt!

Belastung und Energie
Der Energieumsatz beim Laufen zählt zu den höchsten beim Sport. Bei ca. 9km/h bleiben hier durchschnitt ca. 600 bis 700 Kalorien pro Stunde auf der Strecke. Zum Vergleich, ein Radfahrer bringt es bei gleicher Geschwindigkeit gerade mal auf ca. 180-200 Kalorien. Die Belastung und die Arbeit, die der Körper aufbringen muss, sind bei Laufen also ca. 3-4 mal so hoch, wie beim Radfahren. Allerdings lässt sich das Ganze nicht pauschalisieren. Ene ganze Reihe verschiedener Faktoren spielt eine wichtige Rolle, wenn es um den Energieumsatz geht. Dinge wie das Körpergewicht, Geschlecht, die Kleidung, die Umgebungsbedingungen, das Alter oder auch der allgemeine Fitnesszustand bestimmen das Ergebnis. Alles Faktoren, die massiven Einfluss auf einen höheren oder niedrigeren Energieumsatz haben. Eine Strecke die 1 Stunde lang nur berauf geht, erfordert z.B. mehr Energieaufwand als eine dauerhafte Gerade. Nochmal anderst sieht es aus, ob Du 20 Jahre alt bist oder 50.

 

Klein beginnen

Frei nach dem Motto „viel hilft viel“, kannst Du Dir im Laufsport mit mit zu viel auch viel kauptt machen. Abhängig von einem Fitness-Zustand und auch Körpergewicht, müssen sich Gelenke und Muskulatur erst mal an diese Belastung gewöhnen … auch wenn es „nur Laufen“ ist!

Der Druck, den die Gelenke aushalten müssen, kann schon mal 4-5 mal so hoch sein, wie Dein Körpergewicht. Das dann auf längere Zeit, kann ruckzuck Dauerschäden hinterlassen. Fange mit kleinen Einheiten an und steigere Dich dann mit der Zeit. Auch wenn Dein Ziel Gewichtsverlust/Kalorien verbennen ist, trotzdem! Die Gelenke und Muskeln „ermüden“ mit der Zeit und wenn Du zu schnell zu viel willst, dann driften sie aus ihrem regulären Bewegungsablauf und das verursacht auch Haltungsschäden, einseitige Belastungen oder sogar Verletzungen. Der folgende Leitfaden zeigt Dir die empfohlene Gestaltung der Laufeinheiten:

Der Einstieg – Phase 1

Der Einstieg – Phase 2

Der Einstieg – Phase 3

 

Die richtige Ausrüstung

Ein Punkt der IMMER als wichtig angesehen werden muss, ist die richtige Laufausrüstung. Was so nach teuer und viel Aufwand klingt, ist in Wirklichkeit erstmal nichts anderes, als gute Schuhe und passende Kleidung. Gerade im Hinblick auf Temperaturen und Jahreszeiten gilt: „Es gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung„. Laufen kann man immer!

Der richtige Schuh

Es ist gar nicht so leicht, den richtigen Schuh zu finden, da auch hier eine Reihe verschiedener Faktoren mitspielen. Folgend findest Du die Kriterien, nach denen Du Deine Schuhe aussuchen solltest. Übrigends sind diese Dinge auch für den Alltags-Schuh zu empfehlen. Im Schnitt halten Laufschuhe, je nach Untergrund und Behandlung zwischen 600 und 1000 Kilometern. Dann ist die Dämpf- und Stützwirkzung meist soweit beeinträchtigt, dass es eher zu Unregelmäßigkeiten bei der Laufbewegung kommt. Zudem sind die Sohlen dann auch am Ende. Immerhin muss ein Schuh mindestens mit dem 5-fachen des Körpergewichts klarkommen.

Verwendungszweck
Je nach dem ob Du viel im Gelände oder eher auf glatter Strecke utnerwegs bist, unterliegt der Schuh unterschiedlichen Belastungen und Anforderungen. Dies hat Einfluss auf die Lebensdauer, aber auch gesundheitliche Effekte.

Für Gelände sind sogenannte Traillaufschuhe vorgesehen. Diese haben eine etwas geringere Dämpfung und besseren Bodenkontakt, vor Allem auf unebenem Gelände, zu ermöglichen. Die Zwischensohle ist flacher gebaut, um ein ungewolltest umknicken weitgehend zu verhindern. Das Obermaterial ist meist deutlich robuster und wiederstandsfähiger. Meist auch Wasserdicht und Schmutzabweisend. Die Laufsohle weißt ein etwas groberes Profil auf, um den Grip auf z.B. steinigen oder waldigen Untergünden zu erhöhen.

Für eben gehaltene Flächen (z.B. asphaltierte Wege/Straßenbereiche) und weniger anspruchsvolle Untergründe, kann so ziemlich jeder Laufschuh verwendet werden. Maßgeblich bleiben aber die grundsätzlich geltenden Faktoren wie Dämpfung, Stützwirkung bei Fußfehlstellungen oder auch Laufgefühl.

Schuhgröße
Die Füße dehnen sich bei Erwachsenen ca. zu 4% im Laufe des Tages aus, daher sollte man Schuhe eher gegen Nachmittag kaufen statt morgends. Bei Laufschuhen sollte man zudem auch eine Nummer größer nehmen, als die eigenltliche Alltags-Schuh-Größe. Zwischen Zehen und Schuhspitze sollte ca. 1 Daumenbreit Platz sein.

Wohlfühlen
Mit das Wichtigste ist, dass man sich in den Schuhen wohlfühlt. Ein Drücken oder Zwicken darf nicht vorhanden sein. Unangenehme Bewegungen beim Gehen oder Laufen, können Anzeichen dafür sein, dass die Fuß- und Beinstellung durch die Beschaffenheit des Schuhs nicht korrekt sind oder der Schuh einfach nicht richtig passt. Zudem gibt es Auswertungen, dass Läufer, die sich in Ihren Schuhe wohlfühlen, weniger Verletzungen davontragen.

Weniger Dämpfung
Lange Zeit legten die Hersteller viel Wert auf Dämpfung und Unterstützung des Schuhs, mit dem Ziel und Gedanken, die Gelenke zu entlasten. Grundsätzlich vielleicht ein logischer Gedanke … mehr Dämpfung, weniger Belastung, weniger Verschleiß, auch für das Knie. Dabei bewirkt dies eher das Gegenteil, denn Gelenke leben von Bewegung und gewisser Belastung. Eine zu hohe Entlastung des Fußes und des Bewegungsapparates lässt die Muskulatur, Sehnen und Bänder regelrecht verkümmern. Die Folge: die natürliche Bewegung wird gemindert und der Fuß „verlernt“ die daraus resulierende Belastung. Die Gefahr von Muskelkater und/oder Fehlstellungen nimmt zu. Stark gedämpfte Schuhe sind somit eher schädlich.
Fazit: Besser sind flachere Schuhe mit weniger Dämpfung, die die natürliche Laufbewegung weitgehend einhalten. Das haben auch die Hersteller erkannt und legen zunehmend mehr Augenmerk darauf. Sogenannten „Barfuß„-Schuhe sind hier die Alternative.

Ausnahme: Bei Fußfehlstellungen kann eine höhere Dämpfung erforderlich und sinnvoll sein, um diese unterstützend auszugleichen. Dennoch sind Fußfehlstellungen primär durch entsprechende, orthopädische Einlagen zu behandeln.

Fuß(fehl)stellung beachten
Die Fußstellung, bzw. eventuelle Fehlstellungen sind sollten auf jeden Fall mit beachtet werden. Auch wenn die Dämpfung bei Laufschuhen eher niedriger gehalten werden sollte, muss bei entsprechender Fußfehlstellung für Ausgleich gesorgt werden.

  • Hohlfuß
    Bei dieser meist angeborenen Fußfehlstellung, ist das Längsgewölbe (Wölbung von der Ferse zum Vorderfußballen) des Fußes stärker ausgebildet und überhöht. Der Fuß rollt beim Gehen nicht sauber ab, sondern bleibt recht starr. Die relativ geringe Auflagefläche verteil sich hier auf Ferse und Fußballen. Der mittlere Teil hängt regelrecht in der Luft. Je nach Grad sind hier medizinische Einlagen auf jeden Fall erforderlich, da die Belastung beim Laufen deutlich über der im Alltag liegt. Zudem sollte auf Schuhe mit weicher Innensohle und mit etwas mehr Dämpfung geachtet werden, damit Fußballen und Ferse nicht zu stark belastet werden. Beim Schuhkauf unbedingt mit Einlagen anprobieren, sollten welcher erforderlich sein.
  • Plattfuß
    Hier ist das Längsgewölbe (Wölbung von der Ferse zum Vorderfußballen) permanent abgeflacht, sodass der Fuß praktisch flächig auf dem Boden aufliegt. Dadurch geht die natürliche Dämpfung des Fußes, durch die nicht vorhanene „Abfeder“-Wirkung, die bei normaler Stellung vorhanden wäre, verloren. Der Fuß neigt zur Pronation, bei welcher der Fuß sich nach innen einknickt. Druck und Belastung werden direkt an den Bewegungsapparat übertragen. Somit sollte dieses Defizit durch entsprechendes Einlagen ausgeglichen werden. Hier ist entgegen der Norm auch eine etwas höhere Dämpfung beim Schuh sinnvoll, da der Fuß selbst nicht dafür sorgen kann. Beim Schuhkauf unbedingt mit Einlagen anprobieren, sollten welcher erforderlich sein.
  • Senkfuß / Knickfuß
    Ähnlich dem Plattfuß ist das Längsgewölbe (Wölbung von der Ferse zum Vorderfußballen) beim Senkfuß abgeflacht, allerdings nur unter Belastung. Das heißt, die Fehlstellung ist nicht permanent vorhanden sondern der Fuß senkt sich erst bei Belastung ab und liegt dann, wie beim Plattfuß, flächig auf dem Boden auf. Der Fuß neigt zur Pronation, bei welcher der Fuß sich nach innen einknickt. Hier sind, neben entsprechenen Einlagen auch Schuhe mit starken Pronations-Stützen empfohlen. Beim Schuhkauf unbedingt mit Einlagen anprobieren, sollten welcher erforderlich sein.
  • Spreizfuß
    Das Quergewölbe (Wölbung von großem zum kleinen Zeh) ist abgeflacht und der Vorderfuß liegt flächig auf. Dadruch kommt es zu einer Abspreizung der Mittelfußknochen und einer erhöhten Belastung des 2. und 3. Mittelfußknochens, bzw. des Gewebes. Diese sind allerdings nicht dafür ausgelegt und somit kann es auf Dauer zu Schwielen, Druckstellen und Wasserblasen kommen.
    Diese Art der Fußfehlstellung verursacht am meisten auftretende Schmerzen und muss mit durch orthopädische Einlagen behandelt werden. Durch die Abspreizung können massive Deformationen entstehen. Hier sollte auf stabile Schuhe mit starken Pronations-Stützen geachtet werden und einer stabilen Wandung. Auch die Dämpfung sollte hier etwas höher gewählt werden. Zu weiche Schuhe, halten den Vorderfuß nicht gut genug zusammen. Beim Schuhkauf unbedingt mit Einlagen anprobieren.

Atmungsaktives Material
Nicht nur der Kopf und der Oberkörper, auch die Füße „schwitzen“. Beim Laufen deutlich mehr als im Alltag. Somit ist, nicht nur aus hygienischen Gründen, darauf zu achten, dass dies Füße atmen können. Hier kommen immer wieder die Gore-Tex-Membranen inst Gespräch. Auf 1 Quadratzentimeter finden ca. 1,4 Milliarden Poren Platz, von denen jede ca. 20.000 mal kleiner ist als ein Wassertropfen. Der spezielle Aufbau der Membranen sorgt dafür, dass Feuchtigkeit aus- aber nicht eintreten kann.

Achtung: Schuhe die mit atmungsaktiven Sohlen angeboten werden, müssen nicht zwangsläuft auch atmungsaktives Material verwenden. Oft werden hier auch normaler Kunststoff- oder Leder verwendet. Hier ist genau drauf zu achten, was in der Schuhbeschreibung steht und im Zweifelsfall im Fachgeschäft nachzufragen.

Preis
Natürlich darf man auch den Preis nicht außer Acht lassen. Teurer ist zwar nicht immer besser, aber gerade in Punkto Verarbeitung, Material und Haltedauer ist es meist so, dass etwas teurere Modelle sich als lohnender herausstellen. Günstige/Billige Laufschuhe halten den aufkommenden Belastungen meist weniger lange Stand und die die Gefahr von Gelenk-Schmerzen durch mangelnde Konstruktion, ist doch etwas höher. Das gilt übrigends nicht nur für Laufschuhe, sondern generell. Ein Richtwert für gute Laufschuhe, wo man auch entsprechedes erwarten kann, liegt bei ca. 100 €.

Fazit
Bei der Wahl des richtigen Schuhs sind, aus den oben genannten Gründen, also folgende Kriterien zu beachten:

  • Verwendungszweck
  • Schuhgröße
  • Du musst Dich Wohlfühlen
  • Weniger Dämpfung
  • Eventuelle Fußfehlstellungen beachten
  • Material sollte atmungsaktiv sein
  • Preis (keine „Billig“-Produkte)

Gelenkbelastung

Die Wahl der richtigen Schuhe, ist so wichtig wie gesunde Ernährung. Sie hat direkten gesundheitlichen Einfluss und ist damit essentiell. Bei Schuhen steht besonders der Bewegungsapparat im Vordergrund. Die Belastungen, die beim Laufen auf den Körper einwirken, können schon mal das 4-fache des eigenen Körpergewichts erreichen. Bei 70 kg Körpergewicht, wären das schon mal an die 300 kg. Beim Springen in die Luft und wieder Landen, sogar um die 500 kg, was einer halben Tonne entspricht. In erster Reihe sind es die Fußgelenke, die diese Kräfte aushalten müssen. Die Belastungen sind zwar nur für recht kurze Momente vorhanden (beim Aufsetzen), bedeuten aber jedesmal regelrechte Stöße oder Schläge für das Gelenk. Das falsche Schuhwerk, oder gar schon alte abgenutzte Schuhe, können für minimale Fehlstellungen der Gelenkausrichtungen sorgen, die man so zwar nicht unbedingt merkt, die aber bei so hoher Belastung, fatale Auswirkungen haben können.

Die Kräfte die hier entstehen, übertragen sich über den ganzen Bewegungsapparat. Die nächsten in der Kette sind das Knie– und Hüftgelenk. Jedes dieser äußerst komplexen Gebilde verfügt zwar über gewisse Knorpel-Puffer, die bis zum 5-7-fachen des Körpergewichts aufnehmen und „abfedern“ können. Damit sollen Schäden am Gelenkkonstrukt verhindert werden. Sie dienen aber auch der reibungsfreien Gelenk-Bewegung durch die Glättung der Gelenk-Enden.
Auch die Wirbelsäule wird durch diese Krafteinwirkung beeinflusst. Uberschreitet die Belastung einen gewissen Grad oder können die Gelenk-Knorpel-Puffer diese nicht mehr ausgleichen, kommt es zu Schiefstellungen/Schieflagen der Wirbelsäule oder gar zu erhöhtem Druck auf die Bandscheiben. Zudem ist die Abnutzung und „Lebensdauer“ der Gelenke erhöht gemindert. Da der Körper stets versucht für Ausgleich zu sorgen, sind auch Gelenkschmerzen oder starke Verspannungen nicht selten die Folge von falschem Schuhwerk.

Die richtige Kleidung

Während die normale Jogginghose und T-shirt im Fitness-Studio oder zu Hause völlig ausreichen, ist dem aktiven Laufen doch etwas mehr auf die Kleidung zu achten.
Zu weite Kleidung, auch wenn diese aus Funktionsmaterial besteht, kann negative Effekt auf das Körperklima erzeugen. Feuchtigkeit kann nicht richtig abtransportiert werden und somit hat man, speziell das shirt, schnell durchgeschwitzt.
Nasse Kleidung transportiert die Körperwärme 4-5 mal so schnell ab wie trockenen und sorgt ruckzuck für Unterkühlung.
Zu enge Kleidung kann die Laufbewegung beeinflussen und unwohlsein hervorrufen. Da das Gewebe sich biem Laufen, ausdehnt, kann die Blutzirkulation irritiert werden. Teilweise leichte Taubheitsgefühle oder Kribbeln kann entstehen. Durch die Laufbewegungen kann die Kleidung zudem ungünstig verrutschen, sodass Stellen am Körper freigelegt werden und erhöhte Reibungspunkte die Haut reizen können.

Das Laufshirt

Gute Shirts transportieren die Körper-Feuchtigkeit nach außen, schützen aber auch vor Wind und Kälte. Hier macht besonders das Material den Unterschied. Während bei Alltagskleidung meist Baumwolle der syntetischen Stoffe vorgezogen wird, ist Baumwolle beim Laufen gänzlich ungeeignet.
Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, bliebt em Körper kleben und begünstigt so Unterkühlung.

Daher werden aktuelle Laufshirts aus Kunstfasern gefertigt. Diese Kunstfasern bestehen aus Polyamiden oder Polyester. Diese sorgen für den atmungsaktiven Effekt, indem sie den Schweiß nach außen ableiten. Die Form und Beschaffenheit der verwendeten Fasern, hat hier einen wesentlichen Einfluss auf die Gesamtfunktion des Shirts. Es können runde, sternförmige oder gar dreieckige Fasern zum Einsatz kommen, die alle unteschiedliche Eigenschaften aufweisen. Aus diesen Materialien verwendete Microfasern sind halb so dünn wie Seide, bei einer verhältnismäßig großen Oberfläche. Das sorgt für guten Abtransport von Feuchtigkeit.

Shirts aus Polyamid-Micofaser oder auch Polyester, sind meist teurer als ihre Baumwoll-Varianten. Teurer ist zwar nicht immer besser, aber alleine schon aus den geannten Gründen, sollte daher auf Baumwolle beim Laufen verzichtet und stattdessen die Kunstfaser vorgezogen werden.
Hier sollten allerdings Shirts, die Angaben wie „antibakteriell“ oder „geruchsmindernd“ aufweisen, vermieden werden, auch wenn das zunächst gut klingt. Warum? Hier wurden Zusätze wie z.B. „Silber“ verwendet. Diese sind aber weder gesundheitsfördernd, noch gut für die Umwelt.

Das Shirt sollte über flache Nähte und ausreichend Belüftungskanäle verfügen. Die flachen Nähte vermeiden Reibung auf der Haut, die mit der Zeit schmerzen könnten. Die Belüftungskanäle sind die grob gewebten, maschenartigen Shirt-Bereiche, die aussehen wie ein Netz. Sie sind meist an den Schulter- und Hüft-/Beckenbereichen eingearbeitet und dienen einer besseren Lüftung und Feuchtigkeitsabgabe. Zudem ist ein Halskragen sehr von Vorteil. Dieser verhindert Kältezonen am Hals, die das Körperklime beeinflussen.

Somit solltest Du bei der Wahl Deines Laufshirts auf folgende Dinge achten:

  • atmungsaktives Material
  • ausreichende Länge
  • ausreichend Belüftungskanäle
  • nicht zu weit und nicht zu eng
  • Halskragen
  • leichter Halskragen
  • es muss sich gut anfühlen
  • keine chemischen Zusätze
  • flache Nähte
  • Angaben auf eingenähtem Etikett prüfen

Die Laufjacke

Für die kalten Tage, vor Allem im Winter, sorgt eine Laufjacke für zusätzliche, klimatische Unterstützung. Sie verhindert ein Auskühlen und schützt vor Witterung. Um einen Wärmestau zu vermeiden, sollte auch die Laufjacke aus atmungsaktivem Material bestehen und nicht zu dick sein. Die Körpertemperatur liegt normalerweise bei ca. 37°C, beim Laufen kann sie allerdings bis auf ca. 39°C ansteigen. Eine ganz normale Reaktion. Demnach ist allerdings auch die Wärmeabstralung höher und sorgt bei zu dicker Kleidung für unzureichende Kühlung. So empfiehlt sich bei wirklich kalten Tagen eine Laufjacke und bei kühlen oder nicht wirklich warmen Tagen eine Laufweste. Zuletzt ist hier jedoch der wichtigste Faktor: das eigene Empfinden.

Die Laufhose

Auch die Laufhose sollte aus atmungsaktivem Material bestehen und nicht zu sehr „rumschlabbern“. Hier sind besonders Laufhosen mit Elasthan zu empfehlen. Dadurch passen sie sich der Körperform bestens an, reiben nicht und behalten dennoch ihre Funktion bei.

An warmen/heißeren Tagen sind auf jeden Fall maximal Knielange Laufhosen sinnvoll. Ab Temperaturen unter 6°C sollte man dann auf lange umsteigen. Hier empfehlen sich sogenannte Lauf-Tights. Auch bekannt als Leggins. Sie liegen eng an, bieten durch das Elasthan viel Bewegungsfreiheit und ein angenehmes Laufgefühl.