Kampfkunst- & Sport

WETTKAMPF UND SELBSTSCHUTZ –
NICHT NUT PHYSISCH, SONDERN AUCH PSYCHISCH IDEAL

Die meisten Kampfsportarten werden mit dem Sinn und Zweck der körperlichen Verteidigung betrachtet. Jedoch darf man dies nicht alleine auf „Gewalt“ reduzieren.
Nahezu alle Kampfkünste bringen viel mehr mit, als bloße Kampfvorbereitung – geistige Entwicklung!

Kampfsport
Mehr als nur Gewalt – auch geistige Entwicklung

Das klassische Szenario!

Du bist spät abend unterwegs, meist am Wochenende und schlenderst durch die Stadt. Vielleicht mit einem Kumpel oder auch der Freundin. In vielen Städten herrscht ein reges Nachtleben und so bist du eben nicht ganz alleine auf den Straßen. Besonders in Großstädten geht hier Nachts oft mehr die Post ab, wie tagsüber.

Zwischen all den Menschen auf der Straße, kommt Dir plötzlich kommt Dir ein doch sichtbar etwas düster dreinschauender Typ auf Deinem Weg entgegen. Die Hände in seinem Kaputzenpulli vergraben, den Blick leicht nach unten gesenkt und mit Baseball-Kappe. Der coole Gang rundet das Bild ab. Klingt vielleicht nach einem typischen Gangsterfilm, ist aber leider Realität!

Ihr trefft euch auch gleicher Höhe und Du bekommst einen Schulter-Check verpasst. Böse Blicke treffen sich!! … so, was passiert als Nächstes? Wie reagierst du jetzt? Angriff? Umdrehen und weiterlaufen? Beschimpfen? … Möglichkeiten gibt es viele, aber was macht wirklich Sinn?

Gerade in solchen Momenten schlagen extrem viele Gedanken und Gefühle auf Dich ein. Das Adrenalin steigt und bringt Dich auf Halb-8-Stellung. Dir wird flau in der Magengegend und du bist hochkonzentriert, wie beim Messerwerfen.

Es bleibt die Frage: Wie reagierst du?

 

Kampfsport und Kampfkunst

Es gibt eine doch recht kleine Liste an Gemeinsamkeiten, die beide Seiten betreffen. So werden beiderseits kämpferische Fähigkleiten erlangt, die sowohl im realen Kampf, als auch im sportlichen Wettstreit angewendet werden können. Aber auch Fitness, Gesundheit und Körperbeherrschung sind beidseitig behandelte Punkte. Drittens und fast immer vorhanden, ist der Gedanke nach „Selbstverteidigung“ genannt. Egal ob im Wettstreit oder auf der Straße, das Bedürfnis nach Selbsschutz ist immer gegeben.

Da es inzwischen für die meisten Kampfkünste auch sportliche Wettstreit-Angebote uns Ausrichtungen gibt, ist eine harte Trennung zwischen Kampfsport und Kampfkunst, gar nicht mehr so wirklich gegeben. So ziemlich jede Kampfkunst kann sportlich betrieben werden und so ziemlich jeder Kampfsport dient auch der Verteidigung, bzw. der Verteidigung in Ernst-Situationen.

Kampfsport BoxenBei sehr vielen Menschen werden beide Begriffe mit Dingen wie Schlagen oder Prügeln, also Gewalt, in Verbindung gebracht. Die Lehr-Inhalte sind natürlich auf Kampf ausgerichtet, dennoch steht gerade beim „Kampfsport“ der Vergleichskampf, in Form von sportlichem Wettstreit, im Vordergrund. In einem Turnier oder einem Einzel-Wettkampf gibt es eindeutige Regeln und meist zeitliche Begrenzung (in Form von Runden). Der wahrscheinlich größte Unterschied zur „Kampfkunst„. Es gibt allerdings auch Kampfsportarten, die ein recht schlankes Regelwerk besitzen und somit nur die „schweren“ Attacken, wie Beißen, Tritte/Schläge zu den Genitalien, Augenstechen, tödliche Techniken, usw. ausschließen.

Der fachliche Inhalt und die Gestaltung des Unterrichts für Wettkämpfe schließt meist das Vermitteln von Techniken aus, die tödlich wären oder extremste Verletzungen zur Folge haben. Im Gegenzug dafür wird ganz speziell auf das Regelwerk eingegangen, was erlaubt ist und was nicht.

Ein Kampfsportler muss einem Kampfkünstler im Ernstfall aber nicht unbedingt im Nachteil sein, denn ein erfahrener Kampfsportler verfügt über genug Praxisnähe durch den Wettkampf, um sich auch auf der Straße  verteidigen zu können. Der menschliche Körper besitzt genug Schmerz- und KO-Punkte, bei denen auch mit wenig Kraftaufwand ein schnelles Kampf-Ende eingeleitet werden kann.
Die eigene Persönlichkeit spielt hier allerdings ebenfalls eine Rolle, denn auf der Straße gelten etwas andere Voraussetzungen, als im Wettkampf. So kann es passieren, dass ein guter Kampfsportler, in diesen Stress-Situationen, seine Fähigkeiten selbst blockiert.

 

Bei der „Kampfkunst“ steht dagegen primär das Erlernen von Techniken und Fähigkeiten, um sich bei körperlichen Auseinandersetzungen wehren und behaupten zu können, im Vordergrund. Eine Ausrichtung auf Wettstreit und/oder Wettkampf-Turniere ist lediglich eine mögliche Option. Auf der Straße gibt es keine Regeln und keine zeitliche Begrenzung. Hier ist entscheidend, wer über über die bessern Fähigkeiten verfügt um sich zu schützen, bzw. um sein Gegenüber kampfunfähig zu machen. Nicht selten geht es hierbei schließlich real um Leben oder Tod.

HooliganKampfkünste sind aus der Not heraus entstanden und genau so müssen sie auch gelehrt werden. Was mache ich in Notsituationen?! Jeglicher sportiche Aspekt ist hier einzig und allein nur bei Trainings-Einheiten zu berücksichtigen. Es wrid nahe an der Realität traininert, aber niemals wird der Trainingspartner absichtlich verletzt.
Auch wenn es sich nicht sonderlich schön anhört, draußen ist alles erlaubt und das heißt es im Ernstfall: „kein Mitleid – kein Spielraum – keine zweite Chance“.

Jede auch noch so scheinbar harmlose Situation kann sich zu einer lebensgefährlichen Misere entfalten. Gebe immer 100% Aufmerksamkeit und 100% Einsatz!

 

Film wird zur Realität

Was so nach erfundenen Schlägertypen-Krimi klingt, gibt es leider täglich mehrfach auf den Straßen der Städte, aber auch in allerlei anderen Bereichen – in Bars, Discotheken oder auf Konzerten. Eines ist dabei besonders erschreckend: ES WIRD IMMER SCHLIMMER! Folgend ein paar Beispiele, die nur einen mickrig kleinen Teil der Masse darstellen:


31.12.2015 - Silvesternacht in Köln
Es ging durch die Schlagzeilen wie ein Lauffeuer. Die sexuellen Übergriffe in der Sylvesternacht in Köln. Eine ganze Truppe, u.A. bestehend aus Marokkaner, Algerien, Iraker und Deutschen lieferten sich in der Sylvesternacht von 2015 auf 2016 unfassbares. Vor allem die sexuellen Belästigungen und Übergriffe auf Frauen sind bis heute ein eingebranntes Thema. Zum Bericht ...

21.10.2016 - Die Clowns sind los
Der amerikanische Prank-Trend mit Horror-Clown-Masken hält immer mehr Einzug nach Deutschland. Was eigentlich ein über Scherz sein soll, nehmen viele Bitter ernst und verletzt Menschen teilweise tötlich. Ob mit Messer bewaffnet oder einfach nur Prügelnd unterwegs. Diesen kranken Bastarden sollte man das Grinzen aus der Fratze dreschen. Zu den Berichten ...

13.11.2016 - U-Bahn in München
Ein 17 jähriger Mann pöbelt in einer U-Bahn in Laim wahllos Fahrgäste an. Nach mehrmaliger Ermahnung prügelt und tritt er auf einen 51-jährigen Fahrgast ein. Hier wird eines klar! Die Stressbolzen werden immer jünger, wobei 17 noch nicht mal den Rekord darstellt. Zum Bericht ...

13.11.2016 - Mädchen-Prügel-Gang
Ja, auch die Mädels haben es Faustdick hinter den Ohren. Meist geht man von männlichen Tätern aus, aber nicht in diesem Fall. Eine Abiturientin wurde von gleich einer ganzen Gruppe "bewusstlos" geprügelt. Eine der Gruppe hatte sogar noch den Nerv, das ganze zu filmen. Was sagt man dazu?! Zum Bericht ...


Nun mag man denken "so besonders ist das Ganze nicht, das gab und gibt es immer mal wieder". Bis auf das "immer mal wieder", kann ich zustimmen! Allerdings geht es hier um einen kleinen aber feinen Unterschied ... wer sich Statistiken und Entwicklungen von Gewalttaten ansieht, bekommt das blanke Kotzen!
So sieht die Realität heute aus ... und hier geht es nur um den Anteil der Jugendkriminalität!

 

Verschiedene Künste und Sportarten

Es gibt so viele Kampfkünste und Stile, das eine vollständige Liste hier mehr Verwirrung, wie Nutzen bringen würde.
Grundsätzlich kann jede Kampfkunst auch im  sportlichen Sinne, also Wettkampf und Turnier, ausgeübt werden. Es gibt inzwischen für die meisten Kampfkünste entsprechende Wettkampf-Veranstaltungen oder Angebote. Folgend nun einige der klassischen und der etwas jüngeren Kampfkünste, die auch im sportlichen Wettstreit ausgeübt werden.

KARATE

Der Klassiker, der auch in zahlreichen Filmen als Kampfkunst immer wieder gerne vertreten ist, ist "Karate" (japanisch für "leere Hand"). Primär werden im Karate Schlag- Tritt- Stoß- und Block-Techniken gelehrt. Klammer- und Wurf-Techniken, wie z.B. im Judo sind hier weniger vertreten. Auch Würgetechniken oder der Einsatz von Waffen besteht hier, wenn dann erst in weiter fortgeschrittenen Graden, sind aber nicht charakteristische für Karate.

Da Erlernen von sogenannten Katas (Formen) gehört mit zum Lehr-Inhalt. Hierbei handelt es sich um definierte Abfolgen verschiedener Techniken, ähnlich einer Koreografie. Sie dienen zum Einen der stetigen Übung und Verfeinerung der erlernten Techniken und zum Anderen werden damit auch Lerzielerfolge abgefragt, z.B. bei Prüfungen. Damit soll verifiziert werden, dass der Schüler der Lehr-Stoff verinnerlicht hat und umsetzen kann. Mit zunehmender Graduierung kommen dann auch extra Prüfelemente, wie z.B. Bruchtests oder Partner-Kämpfe mit ins Spiel.

Die Graduierungen werden in der Form-Stufe (Shu-Stufe) anhand verschieden farbiger Gürtel (dem Obi) unterschieden. Das Ganze bildet dann das Kyu-System. Sobald der Lehrling den "schwarzen" Gürtel erreicht hat, hat er somit den ersten Meistergrad (Dan) absolviert. Ab hier wird in 9 weitere Meister-Stufen unterschieden, die Gürtelfarbe ändert sich allerdings nicht mehr.

Die Gürtelfarben nach Graduierung:

Kyu-StufenMeister-Stufen
9.
8.
7.
6.
5.
4.
3.
2.
1.
weiß
gelb
orange
grün
blau
violett
braun
braun
braun
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
schwarz (1. DAN)
schwarz (2. DAN)
schwarz (3. DAN)
schwarz (4. DAN)
schwarz (5. DAN)
schwarz (6. DAN)
schwarz (7. DAN)
schwarz (8. DAN)
schwarz (9. DAN)
schwarz (10. DAN)

-

TAEKWONDO

Hierbei handelt es sich um eine, aus Korea stammende und mit dem Karate verwandte, Kampfkunst, mit primärem Schwerpukt auf Beintechniken. Tritte und Kicks in allen Varianten sind ein Markenzeichen von Taekwondo. Dennoch werden auch Schläge, Stöße und Blocks nicht vernachlässigt. Der dreisilbige Begriff "Tea - Kwon - Do" bezeichnet somit das Bestehen aus Fußtechnik (Tea), Handtechnik (Kwon) und dem Weg des Kämpfers (Do).
Mit Taekwondo wird die  Körperbeherrschung und Beweglichkeit stark verbessert, aber auch Balance, Schnelligkeit und Dynamik sind hervorstechende Faktoren und Resultate. Typische Unterrichtsbestandteile sind:

  • Grundschule
  • Einschrittkampf (Partnerkampf)
  • Wettkampf
  • Bruchtest
  • Ilbo Terion (Schaukampf)
  • Freies Kämpfen (Sparring)
  • Theorie und Tradition
  • Gymnastik
  • Selbstverteidigung
  • Formenlauf

Bei Wettkämpfen besteht ein strenges Regelwerk. Dennoch ist das Tragen einer Schutzausrüstung nicht bei allen Teakwnodo-Formen Pflicht. Bei Wettkämpfen nach dem Regelwerk der WTF (World Taekwondo Federation) ist allerdings eine vorgeschriebene Ausrüstung Pflicht. Diese besteht aus Kopfschutz, Schienbein- und Ellbogenschoner, Tiefschutz, Zahnschutz, Brustpanzer.

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KUNG FU

Der Begriff "Kung Fu" beschreibt eigentlich keine Kampfkunst an sich, sondern etwas, das man sich durch harte Arbeit und Geduld erreicht hat, somit kann der aus dem chinesischen stammende Begriff, mit "harter Arbeit" übersetzt werden. Die Shaolin gelten as Urväter des Kung Fu. So spielen auch die folgenden fünf Elemente im Kung Fu eine tragende Rolle:

  • Holz (symbolisiert durch den Stock)
  • Feuer (symbolisiert durch den Speer)
  • Erde (symbolisiert durch die Faust)
  • Metall (symbolisiert durch den Säbel)
  • Wasser (symbolisiert durch das Schwert)

Da es eben auch auf, durch harte Arbeit erlernte, Kampfkünste angewendet werden kann, gilt es darüberhinaus als Überbegriff für fast 500 verschiedene Kampfstile. So gibt es beispielsweise das "Shaolin Kung Fu", das "Wing Chun Kung Fu" und das "Hung Gar Kung Fu". Jeder Variante hat seine stileigenen Elemente.

Neben körperlicher Fitness spielt auch die mentale Entwicklung eine große Rolle. Kung Fu vereint Körper und Geist und sorgt somit für die Senkung des alltäglichen Stresslevels und schafft ein höheres Ruhepotential. Die Seele soll in einen Zustand der Balance und des Lichtes geführt werden. Durch fließende Bewegungen und Meditation wird der Körper zusätzlich zu einer wiederstandsfähigen und leistungsfähigen Einheit.

Insbesondere das Beispiel der Shaolin-Mönche zeigt deutlich, zu welcher Leistung der Körper, bei Konzentration, völliger Kontrolle und der richtigen geistigen Verfassung fähig ist.
Die Shaolin-Kämpfer:

  • … zerbrechen Metallplatten auf ihrem Kopf Stirn
  • … zerschlagen gestapelte Steinblöcke mit bloßer Hand
  • … werfen Stecknadeln durch Glasscheiben
  • … wiederstehen scharfen Speerspitzen
  • … können Bereiche ihres Körpers gezielt erhitzen
  • … sind zu vielen unfassbaren Dingen fähig!

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SUMO

Die aus Japan stammende Form des Ringkampfes sticht vor Allem durch seine etwas korpulenterem Teilnehmern aus. Während in den meisten Kampfsportarten die körperliche Verfassung eher drahtig, muskulör und durchtrainiert dargestellt wird ist das beim Sumo etwas anders. Übersetzt bedeutet "Sumo" so viel wie "wettstreifen" oder "kämpfen" und beschreibt damit sehr treffend das Geschehen.

Ziel ist es, den Gegner aus einem sandbedeckten, ringförmigen Bereich zu drängen oder zu Fall zu bringen. Hier wirkt ein höheres Körpergewicht zwar unterstützend, allerdings kann ein gewichtsmäßig unterlegener Gegner mit gewisser Technik deutlich im Vorteil sein. Neben diversen Hebel und Wendetechniken, hat auch ein stabiler Stand Einfluss auf Erfolg.

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KICK-BOXEN

Das moderne Kickboxen ist eine Kombination aus dem Boxsport, bei dem nur mit den Fäusten gekämpft wird und Kampfkünsten die auch Tritte und Kicks verwenden. Besonders Techniken aus Karate und Taekwondo sind vertreten. Blocktechniken, diverse Fließbewegungen oder Formen sind jedoch nicht wirklich vertreten.

Auch hier gibt es im Wettkampf gewisse Regelwerke, die einige Techniken ein- oder auch ausschließen. Schläge oder Tritte in den Rücken, Tiefschläge, sowie das Nachtreten auf einen am Boden liegenden Gegners, sind in allen Verbänden und Regelwerken untersagt. Die Verwendung von Techniken, die den Gegner aus dem Gleichgewicht bingen sollen (z.B. Fußfeger), sind jedoch von Verband zu Verband unterschiedich geregelt.

Graduierungen beim Kickboxen:

Schüler-StufenMeister-Stufen
6.weiß1.schwarz (1. DAN)
5.gelb2.schwarz (2. DAN)
4.orange3.schwarz (3. DAN)
3.grün4.schwarz (4. DAN)
2.blau
1.braun

Die DAN-Grade werden in der Regel nur an Trainer und besonders gute Kämpfer verliehen. Zudem werden hier z.B. im Gegesatz zum Taekwondo, nur 4 DAN-Grade gesetzt. Beim Taekwondo sind es 10.

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MUAY THAI

Eine der härtesten und verletzungsgefährlichsten Kampfsporte ist "Muay Thai". So wie viele Kampfkünst ist auch Muay Thai aus Kriegsgründen entstanden. Ein entwaffneter Krieger musste dann auf den eigenen Körper zurückgreifen und sich mit Beinen, Fäusten und Ellenbogen wehren. Dennoch gibt es neben den waffenlosen Techniken auch Techniken mit Waffen wie Schwert, Degen, Stock oder Schild.

Das Markenzeichen des Nationalsportes Thailands sind Knie- und Ellenbogentechniken sowie das Clinchen. Während Clinchen bei anderen Sportarten wie z.B. Boxen verboten sind, gehört es hier zu den Standard-Techniken und ist teilweise auch in den Regelwerken mancher Verbände erlaubt.

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MMA

Mixed Martial Arts (MMA) ist ein Vollkontaktkampfsport, bestehend aus Schlag-, Tritt-, Bodenkampf-Elementen verschiedener Kampfkünste wie Karate, Taekwondo, Brazilian Jiu-Jitsu, Muay Thai, Boxen und Kick-Boxen. Aber auch Wurf- und Würgetechniken des Ringens, Judo und Sambo sind Bestandteil dieses sehr vielseitigen Kampfsports. Unterm Strich ein Mix aus allen Distanzen und Techiken, die im Kampf effektive Ergebnisse erzielen.

MMA-Kampf CageMMA ist eine Wettkampfsportart und so werden keine reinen Selbstverteidigungstechniken trainiert, die nicht auch im Wettkampf einsetzbar sind. Ziel ist es den Gegner durch "Abklopfen" zur Aufgabe zu bringen oder durch KO zu besiegen. Es werden alle Kampf-Distanzen (Schlag-Distanz, Tritt-Distanz, Wurf- oder Clinch-Distanz und der Bodenkampf) traniert, was MMA äußerst effektiv macht und für jede Lage eine Antwort hat. Selbst aus der Rückenlage auf dem Boden, ist es möglich das Blatt noch zu wenden und den Gegener zu besiehen. Damit wird nochmal die Nähe zur Praxis deutlich. Einen traditionellen Hintergrund gibt es nicht, es ist rein auf Effektivität getrimmt. Selbst beim Bodenkampf (Grappling) ist teilweise das Schlagen und Treten erlaubt, was den Hauptunterschied zu anderen Vollkontaktsportarten darstellt.

Der Lehr-Inhalt ist zwar auf Wettkampf ausgerichtet, dennoch sind die Fähigkeiten in Punkto Verteidigung nicht zu unterschätzen. Ein MMA-Kämpfer ist in Ernstfall ein äußerst ernst zu nehmender Gegner und durchaus in der Lage sein Können einzusetzen.

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AIKIDO

Die Kraft des Gegners nutzen! Das ist ein wesentliches Kredo im Aikido. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kampfkünsten, ist Aikido defensiv. Es gibt keine Schlag und Tritt-Techniken, um einen Gegenangriff durchzuführen.

AikidoZiel ist es die Kraft und Energie des Gegners "umzuleiten", bzw. für sich zu nutzen, um diesen zu Fall oder unter Kontrolle zu bringen. Den klassischen Angriff, im Sinne von Schlagen und Treten gibt es nich, dennoch gibt es andere, für Angriff gedachte Techniken.

Anstelle von Schlägen und Tritten, werden Würfe, Hebel, Griffe und Haltetechniken gelehrt, die nicht zu unterschätzen sind. Auch härteste Angriff können im Aikido regelrecht zum "Verpuffen" gebracht und gegen den Angreifer selbst gerichtet werden. 

HakamaAls friedfertige Kampfkunst bezeichnet, soll Aikido den Gegner nicht verletzen, sondern in Situationen führen, die es ihm ermöglichen Aufzugeben, bzw. zur Besinnung zu kommen. Jedoch gibt es auch hier Techniken, die extreme Verletzungen herbeiführen können oder gar tödlich sein. Auch die Verwendung von Waffen, primär das Katana, ist Teil der Lehre. Notwendigerweise, denn nicht immer ist eine friedlicher Ausgang möglich und kann somit auch sehr gefährlich werden (z.B. bei Messerattacke).

Ein Markenzeichen des Aikido ist der sogenannte Hakama. Diese japanische traditionelle Bekleidung ist ein plissierter Hosenrock, mit künstlich gebildeten Falten. Zur Fixierung an der Hüfte werden lange Bänder in einer bestimmten Form gebunden, ähnlich einem Gurt beim Karate.

Kendo

Beim Kendo dreht sich der Kern um den Schwertkampf. Vom japanischen "Ken" (das Schwert) und "Do" (der Weg), lehrt Kendo Schwertkampf-Techniken und Taktiken, wie sie auch den früheren Samurai gelehrt wurden, aber auch die mentale Entwicklung des Schülers. Charakterstärke und Willenskraft sind geistige Ziele dieses Waffenkampfes.

Das wichtigste Werkzeug des Kendo-Kämpfers ist das Shinai (Bambusschwert). Die äußerst robuste Nachbildung eines Samurai-Schwertes (Katana), darf bis zu 120cm lang sein und muss vor jedem Training auf evtl. Bruchstellen oder Splitter überprüft werden. Da Bambus zudem besonders hohe Luftfeuchte benötigt, ist ein regelmäßiges Einölen des Shinai sehr wichtig, um ein Austrocknen zu vermeiden. Damit wird auch die Bruchwahrscheinlichkeit reduziert.

Die Bekleidung der Kendo-Kämpfer erinnert etwas an die Fechtkunst. Als Körperkleidung kommt der Hakama und der Keiko-Gi zur Anwendung. Zusammen ergeben sie dann den Kendo-Gi. Der Hakama erinnert an die Kämpfer des Aikido, da er aber ein japanisch traditionelles Kleidungsstück ist, ist er nicht auf die Verwendung in Kampfkünsten beschränkt. Als Panzerung kommen ein Kopfschutz, Rumpfschutz und Schutz für Hände und Unterarme zum Einsatz. Ziel ist es nun den Gegner an den vordefinierten Trefferstellen (Kopf, Kehle, Unterarme, Rumpf) zu treffen.

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ESKRIMA (Filipino Martial Arts "FMA")

Wenn von Eskrima gesprochen wird, wird damit eine bewaffnete Kampfkunst der philippinischen Inseln in Südostasien gemeint. Auch unter Begriffen wie Arnis oder Kali bekannt, ist Eskrima der geläufigste Begriff in Europa.

Eskrima-KurzstockWährend Waffen-Techniken in den meisten anderen Kampfkünsten erst später gelehrt werden, ist das beim Eskrima umgekehrt. Hier wird sofort mit einer Waffe (zu Beginn einem "Kurzstock") trainiert. Mit  zunehmendem Grad werden dann auch Klingenwaffen (Messer, Dolche, usw.) eingesetzt, bis dann in die waffenlose Kampfkunst übergegangen wird.
Alleine dieser Unterschied macht Eskrima nicht gerade zu einem Massensport und verzeichnet doch eine etwas zurückgehaltene Beliebtheit. Es gibt zwar relativ wenig Techniken, welche aber sehr effektiv eingesetzt werden können.

Eine einheitliche Kampf- oder Trainigsbekleidung, wie etwa beim Karate, gibt es nur in vereinzelten Schulen. Meist wird jedoch mit normaler Straßen- bzw. Sportbekleidung trainiert.

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WING TSUN (Wing Chun)

Bei der Nahkampf-Kampfkunst gibt es immer wieder Unsicherheiten bezüglich der Schreibweise. Heißt es nun "Wing Tsun", "Wing Chun", "Ving Tsun" oder "Wing Tchun"?
Am Ende des Tages handelt es sich hier um ein und dieselbe Kampfkunst, die aufgrund der kantonesischen Sprach-Herkunft, keine eindeutige Übersetzung der Schreibweise erhalten hat. Aus marken- und abgrenzungstechnischen Gründen haben sich daher verschiedene Schreibweisen eingebürgert.
Die gebräuchlichste und bekannteste stellt aber sich das "Wing Tsun" (WT) dar.

Übersetzt beudeutet Wing Tsun soviel wie "herrlicher Frühling" oder "ewiger Frühling". Durch die starke Ausrichtung auf den In-Fight, also Kampf auf nächster Nähe, ist Wing Tsun besonders für Frauen geeignet. Hier lernt man durch gekonntes Aufnehmen, Umleiten und Kontern, die Kraft des Gegners gegen ihn zu verwenden. Ähnlich der Aikido-Kampfkunst, aber mit einem bedeutenden Unterschied.
Während im Aikido lediglich das "Blockieren" und "Ableiten" des Gegners, ohne Verletzung im Vordergrund steht, enthält WT massive Gegenattacken.
Hier ist die Devise: Nehme auf was kommt - begleite, was geht - und wenn der Weg frei ist, stoße vor!
Diese Haltung macht WT zu seiner sehr effektiven Selbstverteidigungs-Kampfkunst.

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JIU JITSU

Wie auch im WT (Wing Tsun), wird im Jiu Jitsu die Kraft des Gegners genutzt. Ebenso ist das Ziel, diesen mit entsprechenden Schlag,- Würg,- Tritt,- Wurf,- Stoß,- oder Hebel-Techniken, schnell und gezielt kampfunfähig zu machen.
Dennoch wird Jiu Jitsu mit "Die nachgebende Kunst" übersetzt, auch wenn sie eine gewisse Härte und Gegenkraft birgt.

Die sehr effektiven Techniken sind insbesondere im Selbstverteidigungsbereich sehr beliebt. Von den japanischen Samurai entwickelt, ist Jiu Jitsu die Basis einiger bekannter Kampfkünste, wie Aikido, Judo, einige Karate-Stile, Ju-Jutsu und sogar das israelische Krav Maga.

Die Graduierungen sind denen vom Taekwondo ähnlich. Jedoch werden auch hier zwischen den Verbänden unterschieden. Während es bei den einen nur 6 Schülergrade gibt, zählen andere Verbände 9 Grade.

Kyu-StufenMeister-Stufen
9.
8.
7.
6.
5.
4.
3.
2.
1.
weiß
gelb
orange
grün
blau
braun
braun
braun
braun
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
schwarz (1. DAN)
schwarz (2. DAN)
schwarz (3. DAN)
schwarz (4. DAN)
schwarz (5. DAN)
rotweiß (6. DAN)
rotweiß (7. DAN)
rotweiß (8. DAN)
rot (9. DAN)
rot (10. DAN)

Die DAN-Grade 6-9 werden hier in der Regel nicht mehr durch das Bestehen von Prüfungen erlangt, sondern durch besondere Leistungen für den Verband.

-

JEET KUNE DO (JKD)

Die von Kampfkunst-Legende "Bruce Lee" (sein chinesischer Name lautete übrigends Jun Fan) entwickelte Kampfkunst Jeet Kune Do, ist speziell auf Effektivität getrimmt. Traditionelle Elemente, die ein effektives Kämpfen negativ beeinflussen würden, sind hier bestmöglich reduziert.

Die nach Lees Meinung effektivsten Techniken verschiedenster Kampkünste wurden von ihm in ein neues, offenes Kampfsystem zusammengeführt. So finden sich Techniken aus dem Boxen, Wing Tsun, Jiu JitsuTaekwondo, Fechten und Judo wieder.

-

KRAV MAGA

Das israelische (Krav)Kontakt-(Maga)Kampf wird heutzutage weltweit trainiert und ist vor Allem wegen seinem hohen Bezug zur Realtität, eine beliebte Selbstverteidungs-Kampfkunst im Sicherheitsbranche und beim Millitär. Mit einer Kombination aus Jiu Jitsu und Boxen, ist Krav Maga sehr auf den Nahkampf ausgerichtet. Die Techniken sind recht einfach gehalten und sehr an reale Situationen angelehnt.

Vertreten ist die gesamte Palette, angefangen von verbaler Kommunikation, über körperlicher Auseinandersetzung im Stand und am Boden, bis zu Waffen-Kampf-Techniken. Auf jede Situation eine möglichst passende und effektive Antwort. Traditionelle Aspekte sind hier außenvor. Wettkämpfe oder Turniere gibt es nicht. Lediglich werden in manchen Schulen Graduierungen durch Gürtelfarben oder Aufnäher unterschieden.

Stufen
7.
6.
5.
4.
3.
2.
1.
weiß
gelb
orange
grün
blau
braun
schwarz

-

JUDO

Das Markenzeichen von Judo (japanisch für "sanfter Weg") sind Wurf-, Hebel-, Würge-, und Griff-Tehniken. Aber auch Fall- Stand- und Bodentechniken gehören zum Trainingsumfang. Schlagtechniken sind nur in der sogenannten "Kata" (Form) zugegen. Das Augemerk liegt weniger auf Selbstverteidigung, sondern mehr auf die geistige und körperliche Fitness und Entwicklung.

Ein Judo-Wettkampf endet meistens immer am Boden und durch das gekonnte Blockieren oder Würgens des Gegners, bis dieser zur Aufgabe gezwungen ist. Damit erinnert Judo doch sehr an die Ringer-Kampfkunst.

Graduierungen im Judo werden wie folgt gestaffelt:

Schüler-StufenMeister-Stufen
9.
8.
7.
6.
5.
4.
3.
2.
1.
weiß
weißgelb
gelb
gelborange
orange
orangegrün
grün

blau
braun
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
schwarz
schwarz
schwarz
schwarz
schwarz
rotweiß
rotweiß
rotweiß
rot
rot