Mythen & Legenden

MYTHEN UND LEGENDEN –
ES WIRD VIEL ERZÄHLT, DOCH WAS STIMMT WIRKLICH?

Wir alle haben schon so manche Tipps und Hinweise bekommen, was wir tun und was wir lassen sollten. Aber vieles davon ist einfach nur ein Mythos oder schlichtweg nicht wahr – hier wirst du aufgeklärt!

Fitness
Alles nur ein Mythos?

Dein Körper ist zwar ein Wunderwerk der Natur-Technik und ebenso geheimnisvoll, aber es gibt doch einige Überlieferungen und Behauptungen, die einfach nicht der Realität entsprechen. Zudem werden gerade im Fitness und Gesundheitsbereich nicht selten Aussagen gemacht, die wenn, dann meist nur in wenigen Fällen zum Erfolg führen, aber auf keinem soliden Fundament errichtet wurden. Das Meiste wird aber nicht absichtlich, sondern durch Unwissenheit oder einfach nur durch Weitererzählung kommuniziert.

 

falsch

Nach 18 Uhr nichts mehr essen, sonst nimmt man zu

Hier stelle ich einfach mal die Frage in den Raum „warum nicht?“. Oft wird behauptet, man solle nach 18 Uhr nichts mehr essen, da der Körper seine Funktionen langsam herunterfährt und sich somit auf die Nachtzeit einstellt. Es wird weniger verbrannt und soll zur Folge haben, dass wenn man nach 18 Uhr noch etwas isst, dies vermehrt zum Fettansatz führt.

18UhrHm … ok, wer also nicht zunehmen will, der sollte nach 18 Uhr eben nichts mehr essen, um kein Fett anzusetzen.
Wer sich einmal die Funktionsweise des Stoffwechsels ansieht, wird erkennen, dass es wohl doch nicht ganz so zutreffend ist. Alleine schon die Wirkung eines Hungergefühls, das natürlich auch nach 18 Uhr bestehen kann, kann hier ordentlich Zurückschlagen. Es ist zwar richtig, dass der Körper ab einer gewissen Zeit seine Funktionen zurückfährt, dennoch stellt Uhrzeit nicht das Hauptaugenmerk dar. Hier sind andere Punkte wichtiger.

Nun, warum nicht?
Gerade wenn es um das Abnehmen geht, ist es viel wichtiger darauf zu achten was man isst, wieviel man davon isst und das man genug Bewegung hat. Die Uhrzeit ist hier erst mal völlig egal.

Fakt ist: wer abnehmen will, benötigt eine negative Energiebilanz. Das heißt, wer mehr Energie zu sich nimmt, als er verbrennt, nimmt ab. Das ist schon mal Punkt 1.
Ein weiteres Kriterium ist es aber auch, dies eben nicht durch „hungern“ oder durch „nichts essen“ zu erreichen, sondern den Körper darauf zu trainieren, mehr Fett anteilig zu verbrennen. Wie erreicht man das? Den Stoffwechsel trainieren!
Das ist übrigends auch ein Grund warum die meisten „Diäten“ entweder A) gar nicht funktionieren, oder B) nur so lange funktionieren, wie man sie betreibt. Der Körper lernt, bzw. muss mit dem auskommen was er in diesen Programmen bekommt. Zwangsweise! Die Stoffwechselfunktion wird hier sehr oft nicht verbessert. Was folgt: der JoJo-Effekt.
Die wirklich ausschlaggebenden Faktoren sind somit:

  • Bewegung
  • Wahl der Lebensmittel
  • Menge der Lebensmittel
  • Hunger vermeiden
  • Eine negative Energiebilanz

Die Uhrzeit spielt keine wirkliche Rolle. Einziger Hinweis dazu: wer spät abends etwas essen will, sollte generell Kohlenhydrate reduzieren, bzw. mit Eiweiß kombinieren. Dann ist das Ganze besser verdaulich und er Insulispiegel schießt nicht so in die Höhe. Aufgrund der heruntergefahrenen Körperfunktionen über Nacht, wird der Organismuss nicht so sehr belastet und es „liegt einem nicht so schwer im Magen“.

 

falsch

Mit nassen Haaren nicht aus dem Haus, sonst wird man krank

Wer friert wird krank! So sind viele Menschen der Meinung, wer sich warm hält, wird weniger krank. Tja, dann kommt jetzt eine kleine Ernüchterung!
Die Termperatur hat keinen direkten Einfluss darauf, ob wir krank werden oder nicht. Auch die nassen Haare nicht. Dazu folgende Erklärungen:

Kälte
KälteBei Kälte ist der Körper weniger wiederstandsfähig gegen Viren und Bakterien, das ist soweit richtig. Das Imunsystem ist geschwächt. Jedoch ist die Kälte an sich nicht verantwortlich für das Krankwerden, sondern die erhöhte Angreifbarkeit des Körpers. In kalter Umgebung ist das Immunsystem schwächer aktiv. Nasse Haare führen zwar zu einem erhöhten Kühlungseffekt, aber krankheitsfördernd ist dies nicht

Wärme
HeißEbenso begünstigt aber auch Wärme das Risiko krank zu werden. Gerade Bakterien können sich in wärmerem Umfeld gut vermehren und aktiv werden. Besonders, wenn eine feucht-warme Umgebung besteht. Das Imunsystem ist zwar, bezogen auf die Temperatur, leistungsfähiger, aber auch hier besteht Gefahr des Krankwerdens.

Ja was denn nun? warm oder kalt? nass oder trocken?
Nasse Haare
Die Temperatur ist kein Auslöser für Krankheit! Hier ist vielmehr das Umfeld ausschlaggebend. In geschlossenen Räumen ist die mögliche Konzentration von Erregern allgemein höher als an der frischen Luft. Befindet man sich dann auch noch mit weiteren Menschen in einem Raum, steigt dies nochmals an. Der Kontakt mit Viren und Bakterien ist vermehrt gegeben, durch z.B. Türklingen, Toiletten oder auch nur das Händeschütteln von Kollegen.
In der freien Natur hingegen ergeben sich besonders positive Effekte auf die eigene Abwehr. An kalten Tagen ist der Körper besonders aktiv, da er u.A. Wärme produzieren muss. Das Immunsystem wird trainiert und gestärkt. Erhöhte Sauerstoffaufnahme und Bewegung sind wahre Stoffwechselbeschleuniger. Dazu sind sportliche Outdoor-Aktivitäten an kalten/kühlen Tagen ganz besonders zu empfehlen. Also ruhig mal 30 Minuten länger an der frischen Luft bleiben. An passende Kleidung sollte dennoch natürlich gedacht werden. Frieren oder „durchgeschwitzt“ bei 2°C Außentemperatur ist nämlich nur in bedingtem Maße förderlich.

 

falsch

Das Blut in unseren Venen ist „blau

BlutbahnWeder bei Dir noch bei irgendjemand sonst fließt blaues Blut durch die Venen. Die bläuliche Farbe der tieferliegenden Venen ist lediglich dem blauen Farbanteil des Lichtes zu verdanken, bzw. dessen Wellenlänge (420–490 Nanometer) und Frequesnz (714,5–612,5 Terahertz).
Blaues Licht ist kurzwelliger als rotes Licht. Während rotes Licht tiefer in das menschliche Gewebe eindringt und vom Blut absorbiert wird, wird der blaue Farbanteil des Lichtes mehr von der Haut reflektiert. Somit nehmen wir die Venen als bläulich verfärbt wahr. Je heller die Haut, desto sichtbarer wird dieser Effekt.

Hinweis: Dieser Effekt ist auch verantwortlich für die Bezeichnung „Blaublüter“ oder „von blauem Blute„, wenn es um reiche und adlige Personen geht. Im Mittelalter und in Zeiten des Adels, wurde Hellhäutigkeit als adlig und wohlhabend angesehen, da die Haltung vertreten war „dunkelhäutige Menschen sind der Sonne schutzlos ausgeliefert„. Was im Umkehrschluss bedeutete, wer helle Haut hatte, besaß die Mittel sich vor der Sonne zu schützen. Ein Zeichen von Reichtum also.

 

falsch

Nach dem essen, nicht ins Wasser gehen

Wer kennt diesen Spruch nicht noch aus der Kindheit „Wenn du jetzt was isst, darfst du erst nach 30 Minuten ins Wasser“. Als Begründung wurden Magenkrämpfe und Atemnot gegeben. Was passiert denn hier wirklich?
Kind unter WasserSobald wir etwas gegessen haben, wird die Verdauungsaktivität erhöht. Diese ist aber nicht nach 30 Minuten beendet, sondern dauert Stunden. Auch ein bisschen abhängig davon was wir gegessen haben.
Während dieser Zeit wird die Magengegend, also der gesamte Verdauungsapparat, verstärkt durchblutet. Das wiederrum kann das Gefühl von Müdigkeit, bzw. leichter Schlappheit mit sich bringen. Kurz um: wir fühlen uns grad nicht so fit um jetzt 20 Bahnen zu schwimmen. Würdest Du nun gleich nach dem Essen ins Wasser gehen, könntest du mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit nicht die Leistung erbringen wie zuvor (es sei denn, Du warst ausgehungert;-)). Der Körper ist erhöht mit Verdauen beschäftigt und das kostet Energie.
In irgendeiner Weise gefährlich ist das nicht und macht dem Körper auch nichts aus. Es besteht somit kein Grund gleich nach dem Essen nicht ins Wasser zu dürfen.
Wer allerdings generell Probleme mit dem Kreislauf, dem Herz, usw. hat, sollte es vielleicht aber deswegen dann vermeiden, im Wasser Vollgas zu geben. Gegen ein entspanntes Paddeln oder einfach nur Relaxen spricht überhaupt nichts dagegen.

 

falsch

Unser Kopf gibt die meiste Wärme ab

WärmeNein! Stimmt nicht, bzw, nicht grundsätzlich!
Da wir in der Regel nicht nackig durch die Welt spazieren, unser Kopf aber der Teil des Körpers ist, der am wenigsten bedeckt wird, gibt dieser in diesem Verhältnis die meiste Wärme ab.
Das bedeutet aber nicht, das wir generell die meiste Wärme über den Kopf verlieren, da hier eine recht kleine Oberfläche besteht. Nur ca. 10% der gesamten Körperwärme wird über den Kopf abgegeben. Da durch unsere Kleidung an Füße, Beine und Oberkörper, die Wärmeabgabe gebremst/gestaut wird, der Kopf hingegen aber dauerhaft „im Freien“ liegt (außer, wir haben ein Mütze auf), ist dessen Wärmeagabe lediglich im Verhältnis zur freien Fläche überproportional.

 

falsch

Haare wachsen dicker nach, wenn man sie schneidet

Ein klares Nein! Auch wenn es für den ein oder anderen so aussieht, als seien seine Harre dichter, bzw. dicker nach einem Schnitt, ist das höchstens eine Art optische Täuschung, aber erklärbar.
FriseurHaare laufen spitz zu, ähnlich einer Kugelschreibermine. Wird das Haar nun abgeschnitten, ist die Spitze weg und der dickere „Stamm“ bleibt übrig. Durch die fehlende Spitze ist also nur noch der dickere Stamm sichbar und bei der Menge an Haaren, kommt der optische Effekt zustande das Haare sei dicker, bzw. voller.
Beispiel am männlichen Bartwuchs! Die Bartbehaarung eines Mannes besteht aus durchschnittlich ca. 10.000 Barthaaren, von denen jedes ca. zwischen 0,05 und 0,1mm dick ist. Die Spitze allerdings ist weitaus dünner und wenn diese fehlt, sieht das Haar von außen dicker aus. Dies nun auf die Menge und Fläche eines Bartes übertragen, lässt diesen voller aussehen. Würde man ein paar Tage warten, bis sich die Spitzen wieder gebildet haben, hätte man genau den umgekehrten Eindruck.

Bei der Kopfbehaaung ist es genauso. Hier kommt aber noch, in der Regel, besonders die länge hinzu. Je länger die Haare sind, desto mehr besteht die Möglichkeit, dass sie sich mit anderen Haaren verdrillen oder verkleben. Das erzeugt quasi Haar-„Bündel“ und lässt den Eindruck von „lichterem“ Haar, also weniger/dünnerem Haar enstehen, da mehr Kopfhaut sichtbar wird.
Kurze Haare hingegen bleiben, aufgrund ihrer Kürze, mehr „in der Spur“ und bedecken mehr Kopfhaut. Bei durchschnittlich 100.000 Kopfhaaren eines Menschen, besteht der gleiche Effekt wie beim Barthaar.