Radeln

FIT AUF ZWEI RÄDERN –
RADFAHREN IST GELENKSCHONENDES GANZKÖRPERTRAINING

Wer mit dem Rad so manchen Kilometer auf der Strecke lassen will, sollte vorbereitet sein damit der schöne Sonntagsausflug nicht zur Strapaze wird – so gehts!

Fahrrad
Mit dem Rad auf Reisen

Fahrrad fahren ist etwas wunderbares. Auch wenn man es vielleicht nicht so vermutet bringt Radfahren einen wahnsinns Fitness-Effekt.Im Fokus steht zwar die Bein-Muskulatur, die am meisten davon profitiert, allerdings wird auch der Oberkörper und das Herz-Kreislauf-System trainiert. Hier profitiert besonders die Rückenmuskulatur davon. Durch die Sitzposition besteht eine deutlich geringere Belastung der Gelenke aufgrund der fehlenden Stoßkräfte wie sie dagegen beim Laufen auftreten. Wer z.B. täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt und dabei ca. 20 Minuten unterwegs ist, erhält einen richtigen Fitness-Schub, auf die sanftere Art. Zwar ist der Energieumsatz beim Radfahren in direkten Vergleich zum Laufen niedriger, allerdings auch schonender und somit auch sehr gut für Menschen geeignet, die Probleme mit Gelenken haben. Radfahren erfordert ca. das 1,5-fache der Zeit und Aufwand, um den gleichen Effekt wie beim Laufen zu erzielen.

Neben den Muskeln wird auch der Stoffwechsel und das Immunsystem trainiert. Gerade in Bezug auf den Stoffwechsel wird das Risiko an Diabetes zu erkranken deutlich gemindert. Diabetes ist nicht selten ein Resultat von Bewegungsmangel, in Verbindung mit heutigen Ernährungstrends. Fahrradfahren ist somit ein sehr gelenkschonendes und effektives Herz-Kreislauf- und Muskeltraining.

Grundsätzlich liegen der Wahl eines Fahrrades drei Dinge zu Grunde, auf die geachtet werden sollte.

  • Einsatzbereich (Straße, Gelände, DownHill, usw.)
  • Rahmengröße
  • Rad-Größe
  • Ausstattung und Technik
  • Preis

Je nach Gewichtung dieser Punkte, gestaltet sich dann auch das preisliche Segment, in dem man sich bewegt. Die beiden Punkte Rahmengröße und Rad-Größe sind ganz individuelle Gesichtspunkte, da hier die eigene Körpergröße den Bestimmungs-Anteil besitzt.

Als Rahmengröße (auch Rahmenhöhe genannt), bezeichnet man den Abstand zwischen Tretachse (die Achse der Pedale) und der niedrigsten Position des Sattelrohrs (Sattel ist auf niedrigste Stufe gestellt).

Die Rad-Größe wird in Zoll angegeben (z.B. 20, 24 oder 26 Zoll) und misst den Durchmesser des Rades. Je Größer das Rad, desto größer in der Regel auch das Fahrrad, aber auch laufruhiger und benötigt weniger Tretaufwand für die gleiche Strecke, durch den größeren Radius. Die größte Bandbreite für Erwachsene decken aktuell die 26 und 28-Zoll Räder ab.

Die Rahmengröße sollte also auf jeden Fall zuvor ermittelt werden. Bei der Rad-Größe spielt dann der eigene Vorzug mehr eine Rolle. Während für den sportlichen Bereich eher die 26-Zoll Räder in Begracht kommen, wären für den Städte- oder Gemütlichkeitsfahrer die 28-Zoll Räder interessanter. Dennoch, ein Mensch mit 1,20m Körpergröße, wird ein kleineres Fahrrad benötigen als ein 2m Riese. Es gibt gewisse Toleranzbereiche und Spannen, die in diesem Punkt immernoch ein angenehmes und motiviertes Fahren gewährleisten … wenn dann auch noch der Rest passt!

Zudem sollten neben dem Fahrrad auch die folgenden Ausstattungs-Punkte nicht fehlen:

  • Werk- und Flickzeug-Set
  • Sturz-Helm

 

Einsatzbereich/Verwendungszweck

Bei der Wahl des richtigen und passenden Fahrrades ist ein wichtiger Faktor der Verwendungszweck. Möchtest du lieber auf glatter und ebener Strecke fahren oder doch lieber Geländetouren machen. Während bei der recht anspruchslosen Straßenfahrt so ziemlich jedes Rad geeignet ist, sieht es im Gelände deutlich anders aus. Material und Technik werden hier um ein vielfaches mehr belastet und der Verschleiß geht rasant nach oben.

Es gibt über 20 verschiedene Fahrrad-Typen, bei der jede ihre Eingenschaften besitzt und mit denen man Bücher füllen könnte. Allerdings wollen wir uns hier auf die Wesentlichen beschränken, damit das Ganze nicht zu umfangreich wird. In den folgenden Absätzen zeige ich Dir die wichtigesten Gesichtspunkte auf, die bei der Fahrradwahl zu beachten sind, ohne zu sehr ins Fachliche abzutauchen. An erster Stelle lassen sich die Räder in zwei Grund-Kategorien unterteilen: in Räder für den Alltagsgebrauch und Räder für den sportlichen Bereich.

 

Das Rad für den Alltag

Allgemein
City-BikeEin beliebtes Fahrrad für den Alltag ist das „City-Bike“ (Stadt-Fahrrad). Es ist auf Komfort und tägliche Nutzung im leichten Terrain ausgelegt, erfüllt die Anforderungen des öffentlichen Straßenverkehrs und bietet auch preislich für jeden Geldbeutel das Richtige. Schon ab ca. 250 € sind hier taugliche Modelle zu haben. Es geht auch noch günstiger, aber zu Leiden der Qualität und Langlebigkeit. Viel günstiger sollte man hier also nicht werden, denn gerade die mechanisch beanspruchten Teile wie Bremse und Schaltung, weisen bei Billig-Fahrrädern teilweise erhebliche Mängel auf. So können sich ungenaue Schaltvorgänge, verbogene Bremsscheiben oder ein lockerer Bremszug schon nach recht kurzer Zeit einstellen. Das ist nicht nur gefährlich sondern trübt auch den Fahrspaß. Trotzdem muss es auch kein High-Tech sein oder Viel-Gang Modell sein. Eine 3 bis 7 Gang-Schaltung reicht hier völlig aus. Wer etwas mehr Berg- und Talfahrten absolvieren muss, für den ist jedoch die 7-Gang vorzuziehen.

Rahmen und Räder
Der Abstand zwischen Lenker und Sattel ist meist kürzer, was eine aufrechtere Sitzposition ermöglicht. Für ein bequemes Auf- und Absteigen empfiehlt sich zudem die Ausführung ohne Mittelstrebe, sondern einen tief-gebogenen Rahmen. Früher wurden hier Unterscheidungen gemacht zwischen Herren-Rad (mit Mittelstrebe) und Damen-Rad (ohne Mittelstrebe). Heutzutage ist diese Sichtweise und Trennung jedoch völlig überholt. Fakt ist: ohne Verbindungsstange ist das Auf- und Absteigen komfortabler und das zählt für beide Seiten. Die meisten City-Bikes sind bis zu einem Körpergewicht von 120kg zugelassen. Die Räder sind schmal gehalten, was weniger Gewicht, Wind- und Roll-Widerstand bedeutet und mit etwas glätterem Profil im Gegensatz zu Mountain-Bikes, bzw. Fahrräder für’s Gelände.

Bei der Rad-Größe ist hier die 27,5 bzw. 28 Zoll Räder den 26-Zoll Modellen vorzuziehen. Die größeren Räder haben eine höhere Laufruhe, sind toleranter beim Überfahren von Hindernissen und sorgen für ein „rüttel-ärmeres“ Fahren.

Ausstattung
City-Bikes sind in der Regel auch mit fest verbautem Beleuchtungs-System ausgestattet (Scheinwerfer, Rücklicht, Dynamo) und damit auch Straßenverkehrstauglich (im Gegensatz zum Standard Mountain-Bike). Hier sollte statt der klassischen Glühlampe die LED-Technik bevorzugt werden. Diese halten wesentlich länger, spenden mehr Licht und erfordern weniger Energieaufwand seitens des Dynamos. Eine Klingel gehört auch zur Grundausstattung eines City-Bikes. Gerade bei Stadtfahrten, ist dieser Signalgeber die bessere Wahl, anstatt in die Menge zu schreien.

Etwas aktuellere Modelle sind mit einer Nabenschaltung ausgestattet, was ein ruhigeres und präziseres Schalten ermöglicht. Diese sind zwar weniger pflegeintensiv und langlebiger als Kettenschaltungen, dafür aber auch schwerer und teurer. Hier ist die Entscheidung eine Frage des Geldbeutels, allerdings kann, auch aufgrund der geringeren „Fehleranfälligkeit“, die Nabenschaltung empfohlen werden.

Wer keine langen Strecken fährt, der muss bei der Wahl des Sattels keinen Act vollführen, dennoch möchte ich folgende Empfehlung geben:
Die Sitzknochen sollten ganz aufliegen, das heißt der Sattel darf nicht zu schmal sein. Zudem hat sich herausgestellt, dass ein härterer/festerer Sattel zu weniger Problemen führt als ein weicherer. Der Grund dafür liegt in der Ungleichverteilung des Gewichtes, bzw. der Druckverteilung bei weicheren Sätteln. Besser wäre dann die Wahl einer gepolsterten Radlerhose. Da diese aber nicht bei jeder Gelegeheit getragen werden kann (z.B. auf dem Weg zur Arbeit, wenn man sie nicht wechseln kann), ist auf jeden Fall ein mittelfestes Sattelmodell zu bevorzugen. Mittelfest beudeutet hier, keine harten Kunsstoff-Ausführungen, sondern mit stabilem Schaumstoff und (Kunst)Leder-bezogen. Ein guter Sattel passt sich dem Körper an, gibt aber nicht unendlich nach. Ergänzend macht eine Sattelfederung, zur Entlastung des Rückens Sinn. Die Wahl des Sattels bleibt eine recht schwierige und individuelle Sache. Für Kurzstrecken und/oder gelegentliche City-Touren tun es die meisten vormontierten Sättel allemal. Eine oder zwei Probefahrten sollte man auf jeden Fall machen und wenn sich hier schon ein unangenehmes Sitzgefühl zeigt, ist es nicht der Richtige.

Fazit
Ein gutes City-Bike sollte folgende Punkte erfüllen:

  • verbautes Beleuchtungs-System
  • richtige Rahmengröße (siehe Tabelle)
  • bequeme Sitzposition, Sattel nicht zu weich und zu schmal
  • Sattel mit Federung
  • maximal 7 Gang Kettenschaltung (von Hersteller: Shimano)
  • Ausführung ohne Verbindungsstange
  • Lenker höher stellbar als der Sattel
  • vorzugsweise Nabenschaltung (von Hersteller: Shimano)
  • Felgenbrems-System
  • Preis ab. 350,- €

 

Das Rad für Reise-Begeisterte

Allgemein
Trekking-BikeAls eine Art Zwischenstufe von City-Bike und Mountain-Bike reiht sich das Trekking-Bike (Reise-Fahrrad) ein. Diese Räder vereinen in gewissem Maße die Eigenschaften von Komfort und bedingter Geländetauglichkeit. Wer etwas längere Touren fahren, auch mal etwas abseits der Straße, aber nicht gerade über Stock und Stein springen möchte, ist mit einem Trekking-Bike gut bedient.
Preislich geht es hier auch schon ab 200,- € los, aber für eine möglichst Stressfreie und sichere Tour, sollte man ab ca. 400,-€ ins Rennen gehn. Damit hat man zwar auch kein Wunderwerk der Technik aber einen guten Start und mehr Freude am Fahren.

Rahmen und Räder
Räder im „normalen“ Preissegment sind aus Alu gefertigt und mit einer Mittelstrebe konstruiert. Die Sitzhaltung ist nicht ganz so aufrecht wie beim City-Bike, dadruch lässt sich auch bei längeren Touren noch bequem fahren. Zudem bringt die Strebe zusätzliche Stabilität, da hier in der Regel nicht immer auch ebener Straße gefahren wird, sondern auch mal über Felder oder durch Wälder. Somit sind die Material-Belastungen doch etwas höher als beim City-Bike. Hier empfiehl sich eine Rad-Größe von 28 Zoll (je nach Körpergröße), da diese mehr Strecke bei gleicher Tretfrequenz zurücklegen und laufruhiger sind. Die schmalen Reifen, ähnlich dem City-Bike, sind leichter, windschnittiger und haben weniger Roll-Widerstand. Dennoch ist bei Nassen oder sehr unebenen Strecken Vorsicht geboten, da die Rutschgefahr durch die schmalen Reifen größer ist, als z.B. beim Mountain-Bike.

Ausstattung
Wie beim City-Bike auch, gibt es hier eine ganze Reihe an Modellen mit festem Beleuchtungs-System. Dies wäre allein schon im Hinblick auf den flexiblen Einsatz und längere Fahrstrecken zu empfehlen. So ist man auch bei eintretender Dunkelheit noch Straßenverkehrs-Konform unterwegs. Neue LED-Technik ist hier definitiv dir vorzuziehende Wahl.

Schutzblech vorne und hinten verhindern Schmutz-Schleudern auf doch etwas dreckigeren Strecken und halten zudem die Kleidung und Rahmen sauberer. Wer auch den ein oder anderen Einkauf oder Transport erledigen will, der sollte auf einen Gepäckträger achten. Grade bei längeren Ausflügen, macht es durchaus Sinn, mitgenommene Verpflegung auf dem Gepäckträger zu verstauen, wenn man keinen Rucksack verwenden möchte. Unbedingt aber auch an 2 oder 3Flex-Spannseile mit ca. 30-50cm Länge denken, um die Ladung zu fixieren. Das meist vormontierte Spanngitter ist nur sehr begrenzt einsatzfähig. Die Seile einfach auf dem Gepäckträger festmachen.

Bezüglich Schaltung ist hier die Nabenschaltung vorzuziehen. Da das Trekking-Rad zwar mehr aushalten muss, als ein klassisches City-Bike, aber auch kein Mountain-Bike Niveau erreichen muss, kann lieber etwas mehr Geld in die Schaltung investiert werden. Die Nabenschaltung ist robuster, pflegeleichter, besser vor äußeren Einwirkungen geschützt und bietet ein präziseres und bequemeres Schalten. Zudem ist die Lebensdauer deutlich höher als bei Kettenschaltungen .. eine entsprechende Behandlung natürlich voraussgesetzt.

Fazit
Ein gutes Trekking-Bike sollte folgende Punkte erfüllen:

  • verbautes Beleuchtungs-System
  • richtige Rahmengröße (siehe Tabelle)
  • bequeme Sitzposition, Sattel nicht zu weich und zu schmal
  • Sattel mit Federung
  • Gepäckträger
  • Gabelfederung
  • max. 21-Gang Nabenschaltung (von Hersteller: Shimano)
  • Felgenbrems-System (von Hersteller: Shimano)
  • Preis ab. 400,- €

 

Das Rad für’s Gelände

Allgemein
Mountain-BikeFern ab der Straße, wird nun das Material und die verbaute Technik deutlich wichtiger. Wo einem City-Bike eine recht kurze Lebensdauer bevorsteht, kommt das „Mountain-Bike“ besser zum Einsatz.  Der Komfort geht hier allerdings etwas zurück. Dafür können Mountain-Bikes einiges einstecken. Es entstehen teilweise Kräfte, die ein vielfaches des Körpergewichtes ausmachen können und auf recht kleine Flächen der Konstruktion einwirken. Permanente Schläge und Stöße strapazieren den Rahmen, vor Allem die Rad-Aufhängung und dem Schaltsystem. Die dickeren Reifen mit groberem Profil, legen das Mountain-Bike (MTB) stabil auf die Strecke. Hier sollte besonders auf das Federungs- und Bremssystem geachtet werden. Zumindest eine Gabelfederung sollte es haben, was die Meisten allerdings auch erfüllen. Da diese nur eine Gabelfederung, aber keine Heck-Federung besitzen, nennt man sie daher auch Hardtail (frei übersetzt: „festes Hinterteil“)

Für ein brauchbares Mountain-Bike im Einsteiger-Bereich, sollte man mit ca. ab 500,- € rechnen. Nach oben natürlich viel Platz. Hier hat man dann aber auch „nur“ ein Basismodell und kein Muskelpaket. Bei günstigeren Modellen leidet neben der Qualität auch die Langbeligkleit und Belastbarkeit, aber genau diese Dinge stehen hier ja mehr im Fokus. Zudem muss man etwas Ahnung haben, was man für günstig Geld kauft, denn Schnäppchen gibt es auf jeden Fall, wenn man über die Technik bescheid weiß.

Ein gutes, robustes und qualitativ hochwertiges Mountainbike, was sicher lange Zeit bei richtiger Pflege hält, liegt bei ca. 800,- € aufwärts. Natürlich schwanken auch hie die Meinungen und Preise, aber ab dieser Region kann man schon entsprechende Qualität erwarten. Dennoch gilt auch hier: ein Profi-Gerät bekommt man auch nicht für 800,- €.

Rahmen und Räder
Bei einem sogenannten Fully (frei übersetzt: „voll“) dagegen ist auch der Sattel (das Heck) gefedert. Das erleichtert besonders Bergauf-Fahrten durch eine bessere Traktion. Dies ist Rückenschonender, durch die Aufnahme der Schlag- und Stoßkräfte. Der Rahmen ist mit einer Mittelstrebe konstruiert, die eine bessere Gesamtstabilität und höhere Belastbarkeit bietet.

Beim Rahmen sind teurere Modelle aus Carbon gefertigt, was sich vor Allem im leichtern Gewicht bemerkbar macht. Allerdings kommen Carbon-MTBs meist nur im Renn-Bereich zum Einsatz. Ein gutes Modell mit Alu-Rahmen ist für den Einsatz im Gelände völlig ausreichend und gearde für den Einsteiger zudem erschwinglich. Bezüglich der Rad-Größe ist sicher das 26-Zoll-MTB der Spitzenreiter. Es gibt zwar auch 27,5 und 29 Zoll Ausführungen, diese sind aber eher weniger vertreten. Während die 29-Zoll-Modell überwiegend bei MTBs mit wenig Federweg zu Einsatz kommen, sind gerade die 26-Zoll Ausführungen die meist verwendeten Allround-MTBs. Sie sind wendiger, leichter und mit weniger Kraftaufwand zu beschleunigen.

Ausstattung
Bei der Wahl des Bremssystems ist wiederrum auch der Geldbeutel miteinbezogen. Immer mehr werden Scheibenbrems-Systeme verbaut, die im unteren Preissegment allerdings ordentliche Nachteile haben können. Angefangen bei der Herstellung. Während bei der herkömmlichen, aber bewährten Felgenbremse die Herstellung im Millimeterbereich vonstatten geht, befinden wir uns bei der Scheibenbremse im Zehntel-Millimeter-Bereich. Das heißt, das Scheibenbrems-System erfordert deutlich höhere Präzision bei der Fertigung.

Scheibenbremsen haben zwar bessere Bremswirkungen und meist halten die Bremsbeläge länger als bei Felgenbremsen, allerdings sind sie teuerer, schwerer und Belasten die Naben und Speichen mehr. Billige Ausführungen haben zudem den Nachteil das sie teilweise ungleichmäßig (schief) laufen und durch die hohen Temperaturen bei Bremsen mit der Zeit verbiegen können. Hier ist die Scheibenbremse unterm Strich nur zu befürworten, wenn man auch bereit ist tiefer in die Tasche zu greifen.

Auch bei der Frage der Schaltung spielt der Preis ein Rolle. Die klassische Kettenschaltung ist bei Mountain-Bikes immer noch Stand der Technik. Sie halten je nach Belastung, im Mittel um die 3.000-5.000 km, während Nabenschaltungen es auf über 50.000 km bringen können. Die Vorteile von Kettenschaltungen: sie sind günstiger, leicher, wartungsfreundlicher und flexibler beim Austauch von defekten Teilen. Gerade bei Geländebetrieb mit höheren Belastungen kommen diese Punkte zu gute. Nabenschaltungen sind aufgrund ihrer Feinmechanik teuerer und meist auch schwerer. Durch das Gehäuse und Verbauen in der Hinterradnabe (daher „Naben“-Schaltung) sind sie aber auch besser vor Witterung und äußeren Einflüssen geschützt und somit weniger pflegebedürftig.

Selbst in höherpreisigen Mountain-Bikes kommen immer noch bevorzugt Kettenschaltungen zum Einsatz. Der Umstieg auf Nabenschaltung ist daher ein individueller Vorzug, aber besonders am Anfang nicht zuletzt durch den höheren Preis, nicht zu empfehlen. Besondere Schaltungen, wie die noch recht junge Tretlagerschaltung oder auch der Keilriemen statt Kette sind in diesem Anwendungsbereich (noch) weniger vertreten. Aktuelle Kettenschaltungen haben teilweise bis 30 Gänge, was allerdings recht witzlos im Gelände ist. Zudem ist bei einem Teil der Gänge der Schiefstand der Kette so extrem, dass die Abnutzung massiv steigt und die Kette schneller vom Ritzel springt.

In Punkto Beleuchtung, sind die meisten echten Mountain-Bikes nackt. Somit läge hier ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vor. Seit 2013 sind aber auch Akku- oder Batteriebetrieben Klemm-Leuchten zugelassen, somit ist es auf jeden Fall empfohlen sich diese zuzulegen. Auch hier sollte dann aber die LED-Ausführung erworben werden. Gute Modell und Sets sind hier schon ab 30,- € zu haben.

Fazit
Ein Gutes Einsteiger-MTB sollte folgende Dinge erfüllen:

  • stabiler Alu-Rahmen
  • Hardtail genügt, Fully nur dem Komfort wegen
  • richtige Rahmengröße (siehe Tabelle)
  • 100 mm / max. 120 mm Gabelfederung
  • Scheibenbrems-System (von Hersteller: Shimano)
  • max. 21 Gänge
  • Klemmleuchte vorne und hinten
  • Kettenschaltung (von Hersteller: Shimano)
  • Preis ab. 500,- €

 

Das Rad für Geschwindigkeit

Allgemein
RennradBeim „Rennrad“ ist alles auf wenig Gewicht, wenig Windwiderstand, wenig Reibungsfläche und glatte Strecke … also einfach auf Speed ausgelegt. Dieser Tatsachen machen Rennräder nicht nur zu recht kostspieligen, sondern auch zu speziellen Fahrrädern. Da „Gewicht“ beim Rennrad das wichtigste Augenmerk besitzt, machen hier besonders die verarbeiteten Materialien den Preisunterschied. Für ein gutes Einsteiger-Rennrad sollte man mit 1000,- € bis 1200, – rechnen. Hier muss man sich dann auf ca. 7-9kg Gewicht einstellen, was aber jetzt auch nicht gerade zu viel ist. Gute Carbon-Modelle sind dagegen nicht unter 2000,- € zu haben, wiegen dafür aber dann auch fast die Hälfte. Hier sei gesagt, dass Profi-Rennräder nicht für Anfänger geeignet sind, da diese eine gewisse Gewöhnungsphase voraussetzen. Der Steife Rahmen und alle sonstigen, fehlenden Komfort-Punkte können dem ungeübten Fahrer schnell Rücken- und/oder Sitzbeschwerden bescheren. Rennräder für Einsteiger haben hier doch noch ein weing mehr Spielraum. Also: am Anfang lieber in der Aluminium-Klasse bleiben!

Tipp: Du solltest Deine Sitzposition vermessen lassen („Bike Fitting“ genannt). Dazu einfach im Fachgeschäft nachfragen. Ein Rennrad auf keinen Fall online kaufen, es sein denn du weißt genaustens, was du tust. Aufgrund des Fehlens von Komfort durch Federund oder Stoß-Absorption durch Material, ist die richtige Sitzposition und der Abstand zu den Pedalen, sehr wichtig. Rennräder übertragen Stoßkräfte jedes Steinchens, das du überfährst, sofort weiter. Falsche Sitzpositionen oder mangelnde Haltungen, können Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle oder allgemines Unwohlsein hervorrufen.

Rahmen und Räder
Rennrad-LenkerDie meisten Rahmen werden aktuell aus Aluminium gefertigt. Das leichte Metall ist verhältnismäßig günstig und somit lassen sich auch für hochwertige Rahmen, niedrigere Preise gestalten. Zunehmend werden aber, gerade für das sportliche Umfeld, die Rahmen aus Carbon oder Titan gefertigt. Carbon ist leicher als Aluminium, aber dennoch sehr robust, bietet höhere Verwindungssteifheit und ist besonders widerstandsfähig. Ein Carbon-Rahmen für ein gutes Rennrad wiegt deutlich weniger als 1kg, hält aber enormen Kräften stand.
Die Räder sind sehr schmal und die Reifen zeigen kaum Profil. Das sorgt für hohe Windschnittigkeit und sehr geringern Rollwiderstand. Zudem liegt der Luftdruck von Rennrad-Reifen bei ca. 8-9 Bar. Zum Vergleich: Der Druck von Autoreifen eines normalen PKW liegt bei 2,2 bis 3 Bar. Also fast das 4-fache.

Austattung
Rennräder sind in den meisten Fällen recht nackt. Kein Beleuchtungs-System, keine Schutzbleche, Gepäckträger, Klingel oder sonstige Accessoires. Es kommen ausschließlich Kettenschaltungen zum Einsatz und haben zwischen 20 und 22 Gänge mit großer Übersetzung. Ein nicht unwichtiger Punkt sind rutschfeste Pedale. Bei Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h auf der Geraden und dem Tritt-Druck, sollten die Füße regelrecht auf den Pedalen kleben.

Fazit
Ein Gutes Einsteiger-Rennrad sollte folgende Dinge erfüllen, bzw. auf Dich wie folgt abgestimmt sein:

  • leichter Alu-Rahmen
  • rutschfeste Pedale
  • schmale Reifen
  • Halterung für Getänkeflasche (ggfls .separate Kaufen)
  • Kettenschaltung von Hersteller Shimao
  • optimale Sitzposition druch Vermessung
  • nicht online kaufen
  • Preis ab ca. 1000,- €

 

Rahmengröße/Rad-Größe ermitteln

NIcht jedes Fahrrad passt zu jedem Menschen. Vor Allem die Körpergröße spielt eine wichtige Rolle. Um nun die eigene passende Rahmengröße zu ermittel, kann folgende Größentabelle zur Vorauswahl genommen werden. Probefahren sollte man sein neues Vehikel aber dennoch.

Rad-Größe
Rad-Größe in cm geeignet für Körpergröße von-bis
12 Zollca. 30 cm70 – 90 cm
16 Zollca. 41 cm90 – 120 cm
20 Zollca. 51 cm120 – 140 cm
24 Zollca. 61 cm140 – 160 cm
26 Zollca. 66 cm160 – 180 cm
28 Zollca. 71 cmab 180 cm

 

Wieviel Gänge hat das Bike

RitzelDie Anzahl der Gänge bei Kettenschaltung lässt sich über die Anzahl der Ritzel (Zahnräder) an der vorderen und hinteren Radnabe ermitteln. Hat das Rad vorne 3 und hinten 7 Zahnräder (Ritzel) hat das Rad somit 21 Gänge. Hier wird einfach die Anzahl der Vorderrad-Ritzel mit der Anzahl der Hinterrad-Ritzel multipliziert. In diesem Beispiel also 3 x 7 = 21.

Bei einer Nabenschaltung kann man von außen nicht sehen oder berechenen, wieviele Gänge diese hat. Hier sind die Angaben des Herstellers zu beachten. Der gesamte, hochkomplexe Schaltmechanismus und das sogenannte Planetengetriebe, liegen in einem Gehäuse an der Hinterradnabe.